Flegel


Flegel
Flegel
»ungehobelter Mensch, Lümmel«: Lat. flagellum »Geißel, Peitsche«, das als Verkleinerungsbildung zu gleichbed. lat. flagrum gehört, gelangte mit seiner im Kirchenlat. entwickelten Bedeutung »Dreschflegel« früh als Lehnwort zu den Westgermanen (ahd. flegil, mhd. vlegel, niederl. vlegel, engl. flail). Während im deutschen Sprachraum das Wort in seiner eigentlichen Bedeutung durch die verdeutlichende Zusammensetzung Dreschflegel abgelöst wurde, konnte es seine Geltung als Scheltwort behaupten. Die Übertragung vom »Dreschflegel« auf den »Bauern, der den Dreschflegel schwingt« (seit dem 16. Jh. bezeugt) und danach weiter auf einen »derben, ungeschliffenen Menschen« allgemein, vollzog sich ähnlich wie bei den Scheltwörtern »Bengel«, »Besen« u. a. – Ableitungen und Zusammensetzungen: Flegelei »derbes, ungehobeltes Benehmen; Ungezogenheit« (17. Jh.); flegelhaft (17. Jh.); flegeln, sich »sich bäurisch, ungehobelt benehmen; eine nachlässige Haltung beim Sitzen einnehmen« (in diesem Sinne seit dem 18./19. Jh.; zuvor schon mhd. vlegelen »dreschen; schlagen, peitschen«, später auch transitiv »Flegeleien begehen«).

Das Herkunftswörterbuch . 2014.

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  • Flegel — is a surname, and may refer to:*Erna Flegel, nurse *Eduard Robert Flegel, explorer *Georg Flegel (1566–1638), German painter *Todd Flegel, Aerospace engineer and musiciansurname …   Wikipedia

  • Flegel — Sm std. (10. Jh.), mhd. vlegel, ahd. flegil, as. flegil Entlehnung. Entlehnt aus l. flagellum n. Geißel, Flegel , da die Germanen das Dreschen mit Flegeln von den Römern (Romanen) kennenlernten. Dann umgesetzt ins Niederdeutsche als ndd. plegel,… …   Etymologisches Wörterbuch der deutschen sprache

  • Flegel [1] — Flegel, so v.w. Dreschflegel, s.u. Dreschen B) a) …   Pierer's Universal-Lexikon

  • Flegel [2] — Flegel, Johann Gottfried, geb. 1815 in Leipzig, bildete sich größtentheils durch Selbststudien in den Zeichnenden Künsten aus u. widmete sich dann mit besonderer Vorliebe der Holzschneidekunst. Das von ihm in Leipzig begründete Atelier für… …   Pierer's Universal-Lexikon

  • Flegel — Flegel, soviel wie Dreschflegel; als mittelalterliche Wa sse s. Morgenstern …   Meyers Großes Konversations-Lexikon

  • Flegel — Flegel, Kriegsflegel, eine Abart des Morgensterns …   Kleines Konversations-Lexikon

  • Flegel [2] — Flegel, Robert, Reisender, geb. 13. (1.) Okt. 1855 in Wilna, erforschte Nordwestafrika (Guinea, bes. das Gebiet des Binue), gest. 11. Sept. 1886 in Braß (Südnigeria) …   Kleines Konversations-Lexikon

  • Flegel — 1. Auch die Flegel schlagen sich um den Vorrang. – Scheidemünze, I, 312. 2. Der Flegel, welcher die Tenne drischt, schlägt sich selber. – Scheidemünze, II, 213. 3. Der ist ein flegel (Püffel) vnd armer Sünder, der arm ist. – Lehmann, 43, 13. 4.… …   Deutsches Sprichwörter-Lexikon

  • Flegel — Als Flegel werden bezeichnet: ein bäuerliches Gerät zum Trennen (Dreschen) der Getreidekörner vom Stroh, siehe Dreschflegel eine aus dem Dreschflegel entstandene Waffe, siehe Flegel (Waffe) ein ungehobelter, respektloser (meist männlicher) Mensch …   Deutsch Wikipedia

  • Flegel — In die Flegeljahre kommen: ins Alter der Heranwachsenden, die aufsässig werden und manchmal auch (im übertragenen Sinn) wie Dreschflegel um sich schlagen. Als ›Flegeljahre‹ – ›Flegel‹ vom lateinischen ›flagellum‹ = Geißel, Dreschgerät abgeleitet… …   Das Wörterbuch der Idiome